Umbrien
In
Umbrien herrscht ein typisches mediterranes Klima aus warmen trockenen Sommern und relativ milden
Wintern.
Umbrien grenzt nirgends ans Meer. Der Apennin schirmt diese Region zwar gegenüber klimatischen
Einflüssen von der Adria her ab, schützt sie aber auch vor kalten Luftmassen aus dem
Nordosten. Ähnliche Klimabedingungen finden wir in Richtung Tyrrhenisches Meer vor, wo eine
Reihe von Hügeln und Mittelgebirgsketten das freie Zirkulieren der Luftmassen verhindert.
In den gebirgigen Gegenden und in den Talsenken zeichnet sich infolgedessen eine Tendenz zum kontinentalen
Klima ab.
Die Landschaftsstruktur begünstigt durch ihre Vielfältigkeit die Enstehung unzähliger
Mikroklimata: in der Gegend des Trasimenosees herrschen das ganze Jahr über milde Temperaturen
vor, während die Sommer auf dem Apennin rücken kühl sind und es im Winter
schneit. In der ganzen Region wird es aber nur selten wirklich kalt. Die Pflanzenwelt ist typisch
mediterran; hier gedeiht unter anderem auch der Olivenbaum.
Gastronomie
Reich
an Spezialitäten ist das kulinarische Angebot in Umbrien, wo in jedem Teil der Region einfache
und unverfälschte Gerichte zubereitet werden. Wurstwaren werden in ganz Umbrien, doch vor
allem in Norcia, hergestellt. Nicht umsonst sind gerade in diesem Städtchen die berühmtesten
Meister der Schweinefleischverarbeitung, i norcini, beheimatet. Die lokalen Spezialitäten
sind meist Grillfleisch, Leberaufstrich und Wildsoßen, gereicht mit dem für die Gegend
typischen ungesalzenen Brot pane sciapo. Milch- und Käseprodukte sind, dank großen
Weidelandes und dem entsprechend guten Viehfutter, hervorragender Qualität und dürfen
bei keinem umbrischen Essen fehlen.
Eine wichtige Stellung in der herkömmlichen umbrischen Küche nehmen auch die Hülsenfrüchte
ein. Nicht zuletzt wegen ihres seltenen Vorkommens (jährlich werden weniger als 100 Tonnen
produziert) zählen die Linsen aus Castelluccio bei Norcia zu den weltweit berühmtesten
und meist gefragten ihrer Art.
Auch verschiedenste Trüffelarten sind in dieser Region anzutreffen: Der am häufigsten
vorkommende schwarze Trüffel, der seltenere, kostbarere und intensiv duftende weiße
Trüffel, sowie schließlich der schwarze Sommertrüffel.
Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Fische des Trasimenischen Sees. Filetstücke
vom Königsflussbarsch (filetti di persico reale), Königskarpfen mit Kräuterfüllung
(regina in porchetta), gebackene kleine Ährenfische (latterini fritti),
um nur einige Spezialitäten zu nennen. Als Beilage dazu werden die mittlerweile selten gewordenen,
doch so besonders gut schmeckenden kleinen Trasimener Bohnen (fagiolina del Trasimeno)
und der köstliche Trasimener Rosenkohl (camette del lago) angeboten, die in diesem
Gebiet nach traditionellem Rezept zubereitet werden.
Die umbrischen Süßspeisen hingegen sind eng mit den verschiedenen Festtagen im Jahr
verbunden und werden meist zusammen mit dem aromatischen Süßwein vino santo
genossen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist diese Region und vor allem ihre Landeshauptstadt
Perugia weltberühmt für ihre Schokoküsse, die Baci Perugina.
Die regionalen Weine sind gute Tafelweine, auch wenn es an hochwertigeren Weinen nicht fehlt.
Was die Ölproduktion anbelangt, wird in Umbrien vor allem extra natives Olivenöl hergestellt.
Die seit Etruskerzeit angebauten Oliven sind ideale Grundlage für Olivenöl mit geringem
Säuregehalt.
Das kunsthandwerk
Das Kunsthandwerk ist eng mit uralten Traditionen, Gewohnheiten und Tätigkeiten der umbrischen
Bevölkerung verbunden.
An der Spitze steht sicherlich die Töpferkunst, wobei vor allem die Herstellung von Keramik,
Terrakotta und Majolika hervorzuheben ist. In Deruta, Gualdo Tadino und Assisi, aber auch in zahlreichen
anderen Städten, sind die handfertigen Töpfermeister beheimatet.
Auch die Holzschnitzerei wird in Umbrien groß geschrieben, besonders was Kunstschnitzerei,
Intarsien- und Bildhauerarbeiten betrifft. Nicht geringeren Ruhmes erfreuen sich die Eisen- und
Kupferverarbeitung; so findet die Schmiedeeisenkunst im Einrichtungs-, Bau-, Handwerks- und Industriesektor
eine breite Anwendung.
In so manchem umbrischen Städtchen kann man auch noch Kunststickereien und Spitzenarbeiten
entdecken, die mit viel Liebe und Handfertigkeit hergestellt werden.
Irische Spitzen werden noch heute von den Frauen der Isola Maggiore angefertigt, eben dort, wo
sie einst direkt aus Irland auf Befehl der Marchesa Guglielmi eingeführt worden sind. In
Perugia und Umgebung werden handgewebte Leinenstoffe erzeugt, Assisi hingegen ist für seine
besonderen Kreuzsticharbeiten bekannt, daher auch die Bezeichnung punto Assisi, Orvieto
für seine einzigartigen Servietten und Spitzen, Montefalco für die Webkunst und Città
di Castello schließlich für die berühmte, handgewebte Tela Umbra.
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